Der Dorfkrug in Weisen - Ein Gasthaus mit Geschichte

Auf dem Spruchbalken des Fachwerks ist eingeschnitzt:
„Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen. Bewahre Gott doch dieses Haus und alle die hier gehen ein und aus. Christlich Leben und selig Sterben damit wollen wir Jenes Reich beerben. Denn ich hoffe das mich Gott wird nicht verlassen, drum thu ich Bauen an freier Strassen und muss ein Jeden Reden lassen ein Jeder nehme sich mit Feuer und Licht in acht das keiner kein Schaden in meine Gebäuden macht  Joachim Christoph Theek  Catharina maria gb Braband 1830“

Im rechten Bildfeld der Ansichtskarte von 1902 (oben) ist Theeks Gasthaus zu sehen. Nachweislich wurde        bereits in der Urkunde zum Hypothekenbrief von 1805 ein Krüger Peter Theek genannt.                                      Das heute "Zum alten Dorfkrug" genannte Haus wurde 1830 erbaut.

Im Sommer 1995 wurden bei Erdarbeiten Funde gemacht. In einem Zeitungsbericht hieß es:
"Rätsel um den Grapen vor dem Krug in Weisen".
Das Rätsel ist verhältnismäßig leicht zu lösen. Das dreifüßige Kochgefäß aus Gusseisen könnte Peter Theek stammen, oder aber aus der Küche des Gutshofes der Retzdorff, der hier seinen Standort hatte. "Bauen freier Strasen...", verrät uns, das neue (heutige) Haus ist abseits vom vorherigen Standort gebaut worden.
Lange blieb diese gastliche Stätte im Theek'schen Besitz, Nachfolger wurde um 1910 August Lamprecht, von dem es nach kurzem Zwischenwechsel im Jahre 1935 Martin Gille erwarb.

Während der DDR- Zeit wurde das Haus verschieden genutzt. Es war z.B. eine Gaststätte, ein Wahllokal, Traditionszimmer des örtlichen Fußballvereins   SV EICHE 05 oder die Schulküche. Zeitweise betrieb die Örtliche Schule sogar den Schulsport in den Räumen. Das Haus erhielt 1984 eine Kegelbahn, welche die Weisener Bürger in vielen freiwilligen Stunden aufgebaut haben. Nach der Wende war in den Räumen des Obergeschosses die Gemeindeverwaltung und der Vertreter der Polizei untergebracht.

Im Jahre 1993 übernahmen Erika und Horst Sühring das stark sanierungsbedürftige Haus.
Nach kurzen Umbaumaßnahmen wurde mit einem rauschendem Fest die Gaststätte wieder eröffnet.
Seitdem wurde viel umgebaut und investiert. Das Haus bekam z.B. neue Fenster, einen neuen Anstrich und ein neues Dach. Bei der Sanierung des Daches wurde festgestellt, dass noch die alten Dachlatten mit handgeschmiedeten Nägeln aus dem 19. Jahrhundert das alte Dach trugen.
Man fand dabei eine alte Bierflasche aus Ton mit der Aufschrift "Theek" vom Erbauer des Hauses.

Die Familie führt ständig Sanierungsarbeiten durch. Die alte Backsteinscheune wurde ausgebaut und bietet bei Veranstaltungen ca. 200 Personen Platz.
Die Gaststätte wird wieder gern besucht, was vor allem der herzlichen und persönlichen Führung des Hauses, durch die Familie Sühring, zu verdanken ist. Seit dem 01.01.2003 wird der Dorfkrug in der nächsten Generation von Kerstin Sühring geführt.